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#schoolbikers - Magazin für schulisches Radfahren — Ausgabe 1/2021

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Wir müssen wieder anfangen, das Fahrrad in die Schule zu tragen! Nie war der Nährboden für das schulische und private Fahrradfahren besser. Also lassen Sie uns so schnell es geht loslegen, Konzepte und Ideen zu schmieden, für die Zeit danach oder vielleicht sogar schon vorher. Denn eines ist sicher: diese Zeit kommt bestimmt. Deshalb bringt die Aktion Fahrrad auch die zweite Ausgabe von „schoolbikers“ heraus, die wiederum prallgefüllt mit Ideen für den schulischen Radalltag ist.

DURCHEINANDERFAHREN

DURCHEINANDERFAHREN Beschreibung Die gesamte Gruppe fährt in einem begrenzten Raum durcheinander. Orga/Material Die ganze Klasse übt gleichzeitig. Tipps Raum eingrenzen, um Geschwindigkeit zu senken. Differenzierung/Varianten a) den Boden nicht mit den Füßen berühren b) einhändig fahren c) so langsam wie möglich fahren d) Raumgröße verändern Radfahren: aber sicher! Beim Radfahren im schulischen Kontext sollte die Sicherheit an oberster Stelle stehen. Das bedeutet nicht, das kein Kind stürzen darf. Auch das Stürzen will nämlich gelernt sein, aber Stürze oder Kollisionen bei hohen Geschwindigkeiten oder an gefährlichen Stellen auf dem Schulhof gilt es grundsätzlich auszuschließen. Sicherheit beim schulischen Radfahren bedeutet somit, sich im Vorfeld mit potentiellen Gefahrensituationen auseinanderzusetzen, um sie zu vermeiden. Dies geschieht sowohl auf der Ebene des Unterrichtsorts als auch auf der Ebene der angewendeten Übungen und Organisationsformen, beides unter der Prämisse, den SuS eine möglichst hohe Fahrzeit zu gewährleisten. Sicher auf dem Schulgelände und außerhalb Das Radfahren auf dem Schulgelände im Schonraum ist grundsätzlich ein sicherer und idealer Einstieg in die Fahrradpraxis. Dennoch können auch komplexe fahr- und verkehrstechnische Situationen und Anforderungen auf dem Schulhof realisiert werden, indem Grünflächen, Treppen, Rampen und weitere Elemente in die Fahrflächen miteinbezogen werden. Außerhalb des Schulgeländes lassen sich mit einer geschickten Streckenplanung sogar kleine Radtouren unter Einbeziehung von Bürgersteigen, Fußgängerwegen, Radwegen, Feld- und Waldwegen sowie Parks und Parkplätzen realisieren, die keinerlei Gefährdungspotenzial für eine Schulklasse darstellen. Gefahrenstellen erkennen Zunächst einmal gilt es, den Schulhof vor der ersten Unterrichtseinheit auf dem Rad nach möglichen Gefahrenstellen abzusuchen und diese zu dokumentieren. Zu Gefahrenstellen gehören z.B. Treppen, Tischtennisplatten, Pfosten und Poller, Mauervorsprünge, höhere Bordsteinkanten, abgesägte Baumstümpfe, Bänke, von Wänden in Fahrwege hereinragende Bauteile und Ähnliches. Im zweiten Schritt müssen Absperrungen (mit Hütchen oder Flatterband) oder Alternativrouten für diese Gefahrenstellen festgelegt werden. Beim Absperren mit Hütchen gilt es etwa 1,5 m Abstand vor dem Hindernis einzuhalten, damit dieses bei einem möglichen Sturz nicht doch noch berührt wird. Mit Unterstützung durch Hilfskräfte (z.B. Kollegen, SuS, ggf. auch Kinder) können besonders kritische Stellen personell abgesichert werden. Ggf. werden auch ganze Bereiche eines Schulhofs ab- gesperrt. Alle Gefahrenstellen werden mit der Klasse abgegangen und erläutert. Geschwindigkeiten begrenzen Hohe Geschwindigkeiten stellen ebenfalls ein Gefährdungspotenzial dar. Kleine begrenzte Übungsräume ohne lange Anfahrts- und Beschleunigungswege minimieren die Übungsgeschwindigkeiten. Ein dichtes Verkehrsaufkommen auf den engen Übungsplätzen fördert die Aufmerksamkeit der Kinder und ihre Fertigkeiten, sich in engen Verkehrsräumen sicher zu bewegen und auf ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu achten. So können alle Kinder gleichzeitig fahren. Erstaunlicher Weise funktioniert dieses Konzept mit SuS jeden Alters und jeder Schulform. Fahren mit hoher Geschwindigkeit um die übende Gruppe herum oder durch sie hindurch muss von Beginn an unterbunden werden. Auch die Vorgabe, Übungen und Aufgaben nur im leichtesten Gang durchzuführen, reduziert die Geschwindigkeit nochmals. SLALOM Beschreibung Auf dem Boden werden Markierungsteller verteilt, die von den Kindern umfahren werden sollen. Orga/Material Die ganze Klasse übt gleichzeitig. Tipps Raum eingrenzen, um Geschwindigkeit zu senken. Unterschiedlich hohe Teller/Hütchen verwenden. Differenzierung/Varianten a) Der Teller soll nicht mit dem Vorderrad umfahren werden, sondern zwischen Vorderrad und Hinterrad auf dem Boden liegen bleiben, ohne dass er mit dem Hinterradüberfahren wird. b) mehrere Teller/Hütchen hintereinander aufbauen c) schwächere Kinder üben außerhalb an ihrer eigenen Station 014

Vom Durcheinander zum Miteinander Klassische Konzepte der Verkehrserziehung lassen nur ein oder wenige übende Kinder gleichzeitig zu. Tatsächlich ist es aber möglich, eine komplette Klasse auf einem kleinen Raum von 25 x 25 Metern (25 Kinder) gleichzeitig fahren zu lassen. Hierbei ist das Durcheinander fahren deutlich besser geeignet als das Fahren der Gruppe im Kreis. Die SuS werden schrittweise an dieses Konzept herangeführt, in dem der Raum immer weiter verkleinert wird. Die Kinder lernen schnell, dass sie aufeinander Acht geben müssen und haben bei dieser Organisationsform minütlich zahlreiche Situationen, die der Verkehrswirklichkeit entsprechen: 1) Rücksichtnahme 2) Periphere Wahrnehmung anderer 3) Bremsen bis zum Stillstand 4) Absteigen 5) Aufsteigen 6) Verbale und nonverbale Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern 7) Vorfahrt geben 8) Konflikte austragen Wer als Lehrkraft seine SuS bisher nur einzeln hat fahren lassen, tut sich mit diesem neuen Konzept verständlicherweise sehr schwer und muss behutsam einsteigen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass das Durcheinanderfahren bei Einhaltung der Regeln und Ahndung der „Rowdies“ in allen Schulformen und in allen Konstellationen sehr gut funktioniert. Je kleiner der Raum, desto schwieriger ist es für die Kinder zu fahren, je größer der Raum, desto höher die Geschwindigkeiten. Hier muss die Lehrkraft situativ die Größe des Übungsraums anpassen. Fußgänger, also Kinder ohne Rad lassen sich zudem sehr gut einbinden, indem sämtliche Auf- und Abbauarbeiten von ihnen vorgenommen werden und indem sie sich frei im Übungsraum zu Fuß bewegen. BREMSEN AUSPROBIEREN Beschreibung Die Kinder fahren durcheinander und probieren ihre Bremsen aus. Kurz zuvor rufen sie jeweils „Ich bremse!“ Orga/Material Raum nur mäßig eingrenzen. Tipps Den Kindern Bremstipps geben. Die Kinder sollen keine Bremsspuren ziehen. Defekte Bremsen nachjustieren. Differenzierung/Varianten a) Geschwindigkeit variieren. b) Bremsziele wie Hütchen, Seile oder Striche aufbauen c) einhändig bremsen d) aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten abbremsen TRANSPORTRAD Beschreibung Die Kinder bekommen von der Lehrkraft oder Helfern Gegenstände (Tennisbälle, Hütchen, Zeitungsblätter, etc.), die sie beim Fahren transportieren sollen. Orga/Material Die ganze Klasse übt gleichzeitig. Tipps Raum eingrenzen, um Geschwindigkeit zu senken. Differenzierung/Varianten a) Die Kinder halten zur An- und Übergabe an. b) Die Kinder geben die Gegenstände weiter an andere Kinder oder Fußgänger. c) Die Kinder transportieren mehrere Gegenstände. 015

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