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#schoolbikers - Magazin für schulisches Radfahren — Ausgabe 1/2021

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Wir müssen wieder anfangen, das Fahrrad in die Schule zu tragen! Nie war der Nährboden für das schulische und private Fahrradfahren besser. Also lassen Sie uns so schnell es geht loslegen, Konzepte und Ideen zu schmieden, für die Zeit danach oder vielleicht sogar schon vorher. Denn eines ist sicher: diese Zeit kommt bestimmt. Deshalb bringt die Aktion Fahrrad auch die zweite Ausgabe von „schoolbikers“ heraus, die wiederum prallgefüllt mit Ideen für den schulischen Radalltag ist.

SCHULWERKSTATT Text:

SCHULWERKSTATT Text: Achim Schmidt, Jan Meier, www.radschlag-info.de Bilder: Jan Meier, Achim Schmidt Viele Schulen machen es vor: eine Schulwerkstatt ist die Keimzelle für schulisches Radfahren und sorgt für mehr Fahrradmobilität. Wer kennt das Problem nicht: eigentlich würde man ja mit dem Rad fahren, aber seit Monaten ist ein Reifen platt oder die Schaltung streikt. Gerade Schülerinnen und Schüler aus wenig radaffinen Elternhäusern sind von diesem Problem betroffen. Mit einer Fahrradwerkstatt die durch ein regelmäßiges Reparaturangebot genau diese Probleme löst, kann der Grundstein für zahlreiche Fahrradaktivitäten an Schulen gelegt werden, sowohl für SuS als auch für LuL. Mit dem Leibniz Gymnasium aus Altenessen zeigen wir ein wirklich gelungenes Best Practice Beispiel. Die Anleitung mit Checkliste zur Einrichtung einer Schulwerkstatt rundet das Thema ab. Wie aus einer kleinen Idee etwas Großes wird! Antonia, Luca und Philipp wollten eigentlich nur eine Pumpe und etwas Flickzeug für den Radkeller des Leibniz Gymnasiums in Altenessen organisieren. Mit diesem Wunsch sprachen sie 2017 ihren Lehrer Jan Meier an, der ihnen als „chronischer“ Radfahrer aufgefallen war. Schnell war klar, dass eine Fahrradwerkstatt hermusste und dafür organisierten die SuS die entsprechenden Mittel bei verschiedenen Organisationen und Stiftungen. Fortan wurde im Radkeller geschraubt, repariert und neu zusammengebaut. Und das sprach sich über die Schule hinaus im Quartier herum und bald wurde die Werkstatt für Jedermann und –frau geöffnet. Gemeinsam setzte sich die Rad AG zum Ziel, rund um die Schule und soweit möglich im Stadtteil, die Bedingungen für das Radfahren zu verbessern. Im Rahmen von Energie fürs Quartier wurde eine wöchentliche Selbsthilfewerkstatt eingerichtet, Spenden in Form von Rädern und Radteilen eingeworben, der Radverkehrsanteil in Schule und Stadtteil gesteigert, die Radinfrastruktur verbessert und zahlreiche Aktionen gestartet. Das „Rad-Team“ konnte als festes Angebot etabliert werden. Ein Raum der Schule wurde als Werkstatt eingerichtet und ist einmal in der Woche dienstagsabends ausdrücklich für alle Menschen geöffnet, nicht nur für SuS. Die AG-Mitglieder unterstützen Schüler und Quartiersbewohner bei den Reparaturen. Zugewanderte SuS werden mit Rädern versorgt, die der AG gespendet und in der Werkstatt aufbereitet wurden. Auch das Kollegium nutzt die instandgesetzten Zweiräder als Dienstfahrzeug zwischen zwei Schulgebäuden. Auch für die nächsten Jahre hat mban sich tolle Ziele gesetzt: „Wir basteln an einer Handyladestation mittels Dynamo, wollen einen mobilen Geschicklichkeitsparcours für den Schulhof bauen, Radtouren anbieten und allen Menschen zeigen, dass das Fahrrad wirklich universell Spaß machen kann“ so der Flyer der Werkstatt AG. Und weiter: „Viele Schüler, die mit dem Fahrrad fahren, sind 018

TIP TOP bietet gerade für Schulklassen die große Reparaturbox an. Diese kann im Schul-Shop bestellt werden. eine gute Investition in die Zukunft: Die wenigsten werden zu rücksichtslosen und hoffentlich viele wohl auch nicht zu chronischen Autofahrern. Das ist eine gute Investition in einer sauberere und lebenswertere Zukunft.“ Radfahren am Friday Wie das Beispiel zeigt sind soziale und nachhaltig ökologische Ansätze für viele SuS mehr als nur politisches Wunschdenken. Sie möchten gerne aktiv werden und einen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten. Gerade in Zusammenhang mit dem erhöhten ökologischen Bewusstsein und der Fridays for Future Bewegung warten diese Projekte rund um das schulische Radfahren und Schulwerkstätten förmlich auf eine Umsetzung an unseren Schulen. Hier können motivierte SuS direkt Veränderungen bewirken und zu mehr Klimaschutz beitragen. Fahrradaffine LuL als Keimzellen finden sich an allen Schulen. Rechtliche Hinweise zur Fahrradwerkstatt (im Kasten) Plant eine Schule das Einrichten und Betreiben einer Fahrradwerkstatt, sind auch aus juristischer Sicht einige wesentliche Punkte zu beachten. Versicherungsschutz Schülerinnen und Schüler sind bei der Teilnahme an schulischen Veranstaltungen sowie auf dem Weg zur und von der schulischen Veranstaltung gesetzlich unfallversichert, Sachschäden (z.B. ein beschädigtes Fahrrad) sind nicht Bestandteil der Unfallversicherung. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ist die Unfallkasse. Schüler, die im Rahmen einer Schülerwerkstatt tätig sind, stehen während dieser Tätigkeit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Voraussetzung ist dabei, dass die Fahrradwerkstätten in Schulen im Rahmen schulischer Veranstaltungen betrieben werden. Die Fahrradwerkstatt muss von der Schulleitung als Schulprojekt anerkannt sein und muss in den organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule fallen. Schulische Veranstaltungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Zusammenhang mit dem Schulbesuch stehen und in den organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule fallen. Versicherungsschutz liegt auch dann vor, wenn die Fahrradwerkstatt als Miniunternehmen im Rahmen eines Wahlpflichtfachs geführt wird. Läuft die Werkstatt als Miniunternehmen außerhalb des Lehrplans, gilt der Versicherungsschutz der Unfallkasse, wenn die Schule die Maßnahme in eigener Verantwortung durchführt und sie im Zusammenhang mit dem Schulbesuch steht. Dies ist gegeben, wenn die Werkstatt als Schul-AG läuft, ohne Gewinn zu erwirtschaften. Indizien für den Zusammenhang mit dem Schulbesuch sind, dass die Führung des Miniunternehmens von dem Schulleiter als Schulveranstaltung anerkannt ist, dass das Projekt ausschließlich an der Schule von Schülern durchgeführt wird und die Lernziele – Vermittlung wirtschaftlichen Grundwissens, sozialer Kompetenz und Vorbereitung auf das Berufsleben im Rahmen praktischer Tätigkeit – dem allgemeinen pädagogischen Auftrag der Schule entsprechen. Aufgrund der Vielfalt der Kriterien ist stets eine Einzelfallprüfung vonnöten. Anders verhält es sich, wenn die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund steht. Charakteristisch für eine Schülerfirma sind die Förderung der Sozialkompetenz und der Erwerb praktischer Erfahrungen. Hält sich eine Fahrradwerkstatt nicht mehr an diese pädagogische Zielsetzung und dient sie immer mehr der Gewinnerzielungsabsicht, kann sie nicht mehr als eine schulische Veranstaltung bezeichnet werden und fällt demzufolge nicht mehr in den organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule. Aufsichtspflicht Wird die Fahrradwerkstatt als Schulprojekt vom Schulleiter angeordnet, bleibt ihm zunächst die Aufsichtspflicht. Er muss dafür Sorge tragen, dass die Aufsicht führenden Lehrer über die entsprechende Fachkunde verfügen, die Reparaturen ordnungsgemäß durchzuführen. Der Schulleiter hat den Ablauf und die Durchführung entsprechend zu organisieren. Haftung für Schäden aus fehlerhafter Reparatur außerhalb eines schulischen Bezugs Was ist aber mit der Haftung für fehlerhafte Fahrradreparaturen in der schulischen Fahrradwerkstatt, die Ursache dafür sind, dass Schülerinnen und Schüler oder Dritte außerhalb schulischer Veranstaltungen im privaten Bereich einen Unfall mit dem in der Fahrradwerkstatt reparierten Fahrrad erleiden? Die Haftung für Schäden aufgrund einer fehlerhaften Reparatur trifft den Schulträger. Bei Amtspflichtverletzungen kann gegebenenfalls eine Haftung der die Amtspflicht innehabenden Person in Betracht kommen. Gemäß § 839 BGB in Verbindung mit Art. 34 GG haftet das Bundesland als Anstellungskörperschaft der 019

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